Nach langer Zeit komme ich nun wieder dazu ueber mein Leben in Chile zu berichten.
Doch bevor ich anfange muss ich noch etwas vorweg nehmen, was ich schon lange schreiben will: ein grosses Dankeschoen an Sabine, die mir diese Seite gemacht hat. Auch wenn ich es nicht oft schaffe hier etwas zu posten und das mit den Bildern wegen meines Internets nicht klappt bin ich sehr dankbar, diese Seite zu haben, denn hin und wieder schaffe ich es ja doch etwas zu schreiben und so erspare ich mir leastige Rundmails.
So nun zu meinem letzten Monat hier: es ist eine Menge passiert.
Ich habe spontan fuer 2 Wochen meine Schule unterbrochen, um mit zwei Freundinnen, die ich in der Sprachschule kennen gelernt habe, in den Norden zu reisen.
Ohne gross vorher etwas zu geplant zu haben oder uns zu informieren, fuhren wir 1600 km mit einem Bus Mitten in die trockendste Wueste der Welt: die Atacama Wueste.
Die Fahrt dauert ueber einen Tag und als wir am naechsten Morgen aus dem Fenster schauten und um uns herum nichts als Wueste war, hatte man schon ein komisches Gefuehl im Bauch. Unser erstes Ziel sollte San Pedro de Atacama sein.
San Pedro ist ein kleines Doerfchen mitten in der Atacama Wueste. Von hier aus ist es nur noch ein Katzensprung rueber nach Bolivien und es ist Knotenpunkt zu saemtlichen Naturattraktionen, die man von hier aus besuchen kann.
Nach einem kurzen anfaenglichen Schock (”sind diese drei Sandhaeuser wirklich schon alles??”) lernten wir San Pedro lieben. Hier ist die Zeit stehen geblieben. Die Hauser sind aus Lehm gebaut und die drei Autos, die durch San Pedro fahren kommen einem irgendwie fehl am Platz vor, da man hier eher mit Pferden als Transportmittel rechnet.
Das Dorf lebt vom Tourismus und Einheimische gibt es hier wohl gar keine.
Den typischen Aussteiger wie man ihn sich vorstellt, trifft man hier und man stellt sich unweigerlich die Frage, ob das nicht auch ein Leben fuer einen selber weare.
Die Natur um San Pedro herum verschlaegt einem den Atem.
Wir machten pro Tag 1 bis 2 Ausfluege in die Umgebung und wir hatten mit all unseren Touren Glueck.
Der Koerper musste zwar viel durchmachen, aber es lohnte sich alle Mal.
Wir besuchten die Tation Geysiere, wo wir schon morgens um 4 Uhr losfahren mussten. Bei den Geysieren war es lausige -8 Grad kalt. Wer rechnet schon mit so was mitten in der Wueste. Eine Stunde speater gab es dann ein Bad in heissen Thermen, wo es 40 Grad heiss war.
Wir waren in der Wueste reiten (ohne runter zu fallen), Sandboarden von einer 150 Meter hohen Sanduene und bei Lagunen auf 5000 Meter Hoehe.
Nach 5 sehr turbulenten Tagen waren wir uns einige, dass wir hier sicherlich noch einmal zurueck kommen werden.
Weiter ging es nach Iquique. Die Stadt liegt zwar noch weiter im Norden als San Pedro, aber dafuer direkt am Meer. Es ist eine Surferstadt und hat ihren altertuemlichen Charme auch noch behalten. Die Stadt wuerde man ganz sicher nicht als sauber bezeichnen, aber sie hat einen wunderschoenen Strand, ein tolles Hostal und ein gutes Chinesisches Restaurant. Was will man mehr??
Hier verbrachten wir eine Nacht (gern waeren wir laenger geblieben) und fuhren von hier aus in die “Geisterstadt” Humberstone. Hier war am Anfang des 20. Jahrhunderts ein Salpeter-Rush. Die Leute die in Humberstone wohnten waren ausschliesslich Minenarbeiter und ihre Familie. Sie fuehrten ein gutes Leben… bis man in den 60er Jahren in Europa feststellte, dass man Salpeter kuenstlich herstellen kann.
Auf einen Schlag wurden die Minen lahmgelegt und dir Arbeiter arbeitslos. Die Leute wanderten in die Staedte ab, um neue Arbeit zu finden und liesen Humberstone alleine zurueck.
Heute ist die Stadt ein riesiges Freilichmuseum. Das irre ist: man kommt (fast) ueberall hin. Es ist kaum etwas abgesperrt und wenn man so in den einsamen Haeusern oder Minen ist, ist es schon etwas gruselig. Eben eine ausgestorbene Stadt.
Weiter ging es dann in ein kleines Dorf in der Naehe … Pica. Hier badeten wir in einer heissen Therme. Es kam mir ein wenig vor die das Bargteheider Freibad, nur dass es eben nicht kuenstlich angelegt war. Aber das pansige Klientel war auch da.
Und dann ging es auch wieder in den zurueck in den Sueden. Urspruenglich wollten wir noch nach Antofagasta, aber uns war das Geld knapp geworden und die Zeit draengte auch und so uebersprangen wir Antofagasta und fuhren nach La Serena, unsere letzte Station vor Santiago. Hier war es dann schon nicht mehr so warm wie in der Wueste, aber sonst konnte es mit allem mithalten, was wir bisher gesehen hatten. Wir fuhren von La Serena aus auf die Isla Darmas. Mit einem kleinen Fischerboot und einer kleinen Gruppe fuhren aufs Meer hinaus. Auf dem Weg sahen wir Delphine, die kleinen beruehmten Humboldt-Pinguine, Kormorane, ……und dann die Insel: das Wasser war zwar erbaermlich kalt, aber so kristall klar wie in der Suedsee. Und der Sand so grell weiss, dass man eine Sonnenbrille anziehen musste.
Es war ein schoener Abschluss unserer Nordenreise und gerne waeren wir noch weiter gereist.
Zurueck in Santiago hatte ich einen Tag zum Waesche waschen und ankommen und dann ging es weiter in den Sueden nach Concepcion zu meiner Oma und meiner Tante.
Ein Wochenende verbrachte ich dann gemeinsam mit meinem Onkel dort unten. Es war das Kontrasprogramm zu meinen 2 Wochen davor. Der Sueden ist gruen, es gibt Wasserfaelle und REGEN. Das erste Mal seit ich in Chile bin hatte ich Regen.
Zurueck in Santiago ging es dann wieder in die Schule und ich hatte zwei schwere Abschiede vor mir: Karo und Theresa meine beiden Nordenfahrer reisten ab. Karo zurueck nach Hamburg und Theresa in den Sueden Chiles zu einem mehrmonatigen Praktikum.
Mittlerweile sind schon wieder 2 Wochen seit dem vergangen. Meine Schule laeuft, mein Spanisch wird besser, aber es ist immer wieder nervig, wenn man Leute nicht versteht und immer wieder nachfragen muss.
Morgen werde ich nun auch finally meinen Flug verlaengern. Ich werde nun also voraussichtlich am 7.2. erst wieder nach Deutschland kommen.
So, das wars erst mal wieder fuer den Moment. In ein paar Wochen gibt es wieder mehr und bei Studivz gibt es auch alle paar Wochen Bilder (da klappt das irgendwie).
Posted on Oktober 30th, 2007 von Hanna
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